Der Staat braucht Geld – Wird die Steuerschraube angezogen?

von David Panek am 16. Oktober 2012

Laut einem Artikel aus „Focus-Money“ müsste Deutschland 80 Milliarden Euro schultern um einen möglichen Griechenland Konkurs zu stemmen. Dies würde laut dem Münchener Ifo-Institut etwa 15 Prozent des deutschen Steueraufkommens pro Jahr entsprechen.

 

Um diese enormen Summen auf irgendeine Art und Weise in den Griff zu bekommen müsste sich der Fiskus etwas einfallen lassen. So steht noch weiter in diesem Artikel, dass eine Erhöhung der Einkommen- und Umsatzsteuer notwendig wäre um diesen Betrag überhaupt ausgleichen zu können. Ansonsten wäre eine Erwirtschaftung von 80 Milliarden Euro nur aus der Einkommenssteuer nicht machbar. Daher wären mögliche Erhöhungen der Verbrauchersteuern als eine Lösung des Problems eher realistisch.

 

Die Schätzungen der Experten ergaben, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer um nur 1 Prozent ca. 8 Milliarden Euro pro Jahr einbringen würde. Was wie sich wohl jeder bereits denken kann das Problem nicht lösen würde. Demzufolge müsste die Mehrwertsteuer um sage und schreibe 14 Prozent erhöht werden um die Summe von 80 Milliarden Euro überhaupt gegenfinanzieren zu können. Das würde bedeuten, dass die Verbraucher mit Mehrbelastungen von mehreren tausend Euro pro Jahr rechnen müssten. Wer sich z.B. ein Auto kaufen würde, hätte bei der Betrachtung der Rechnung bestimmt eine Menge Spaß.

 

Eine andere Möglichkeit um diesem Problem entgegenzuwirken, die jedoch sehr schwer abzuschätzen ist, wäre die Erhöhung der Einkommensteuer. Aber auch wenn man z.B. den Spitzensteuersatz erhöhen würde, so brächte diese Maßnahme auch nicht den gewünschten Erfolg. Die bereits existierende so genannte Reichensteuer (Verdienst über 250.000 Euro) wird in der Spitze mit 45 Prozent besteuert. Da es jedoch in Deutschland nur ca. 50.000 Steuerpflichtige (Reiche) gibt, die dazu gehören, würden die resultierenden Einnahmen die sich aus dieser Steuererhöhung ergeben gerade einmal 800 Millionen Euro pro Jahr betragen. Sogar eine Erhöhung auf 49 Prozent wäre nur ein Tropfen auf einen heißen Stein und würde gerade mal 1,1 Milliarden Euro einbringen. Was definitiv zu wenig ist. Nicht einmal die Absenkung der Schwelle auf 100.000 Euro um die Spitzensteuer zu kassieren würde annährend das Problem lösen und gerade mal 3,5 Milliarden Euro einbringen.

 

Eine weitere Maßnahme die im Artikel durchgerechnet wurde, beinhaltet die Reform des Einkommensteuertarifs und demzufolge die Neuregelung der Sonderbezüge. Laut der Berechnung brächte diese Maßnahme ca. 40 Milliarden Euro ein. Jedoch wurde die Höherbesteuerung schon bei einem Einkommen von 52.001 Euro (45 Prozent), die nächste Stufe (50 Prozent) ab 202.000 Euro angesetzt. Da auch diese Maßnahme nichts bringen würde, müsste man den Spitzensteuersatz höher ansetzen und dieser müsste noch bei einem deutlich geringeren Einkommen greifen.

 

Bereits jetzt schon graut es mir vor der Vorstellung welche Maßnahmen wohl die Bundesregierung einleiten würde um solch ein Problem in den Griff zu bekommen. Bis dahin wollen wir hoffen, dass Griechenland irgendwie durch die Krise kommt.

Viele Grüße

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