Die Wartezeit

von David Panek am 8. Februar 2013

Im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung hört man immer wieder von den so genannten Wartezeiten. Doch viele fragen sich immer wieder, was hat es mit diesen Wartezeiten eigentlich auf sich?

Doch eins nach dem anderen….

 

Zunächst einmal können Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur in Anspruch genommen werden, wenn die versicherten Personen eine entsprechende Mindestversicherungszeit also die Wartezeit erfüllt haben.

 

Doch auch in diesem Bereich muss man zwischen der allgemeinen Wartezeit und der besonderen Wartezeit unterscheiden.

 

Die allgemeine Wartezeit:

Die allseits bekannte allgemeine Wartezeit beträgt fünf Kalenderjahre und ist die Grundlage für die Regelaltersrente ab der Vollendung des 65. Lebensjahres. Des Weiteren ist die allgemeine Wartezeit die Voraussetzung für die Zahlung der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und für alle Renten wegen Todes. Diese Wartezeiten sind deshalb wichtig, weil auf sie alle anfallenden Beitragszeiten, Ersatzzeiten und alle anderen zusätzlichen Monate aus einem Versorgungsausgleich oder aus Rentenanwartschaften die zwischen den Eheleuten zustande kommen angerechnet werden und in die Rentenkalkulation miteinbezogen werden.

 

Doch auch hier gibt es Besonderheiten die berücksichtigt werden müssen. Denn in einigen Fällen ist es sogar möglich die allgemeine Wartezeit vorzeitig zu erfüllen und das obwohl die fünf Jahre noch nicht erreicht sind. Das kann beispielsweise der Fall sein wenn eine Erwerbsminderung infolge eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit, einer Wehr- oder Zivildienstbeschädigung oder eines möglichen politischen Gewahrsams eingetreten ist.

 

Man muss jedoch sagen, dass zu einer verfrühten Erfüllung der Wartezeit bereits ein einziger Beitrag der in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt wird ausreicht. Kam eine Erwerbsminderung durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zustande, so muss bis dahin eine Versicherungspflicht bestanden haben oder es müssen mindestens ein Jahr lang Pflichtbeiträge einbezahlt werden. Und dies in den vergangenen zwei Jahren vor dem Eintritt der Erwerbsminderung.

 

Des Weiteren ist die allgemeine Wartezeit ebenfalls erfüllt, wenn eine entsprechende volle Erwerbsminderung binnen der sechs Jahre nach dem Ende einer Berufsausbildung eingetreten ist. Hier muss man jedoch hinzufügen, dass in den vergangenen zwei Jahren vor dem Eintritt einer vollen Erwerbsminderung wenigstens zwölf Pflichtbeiträge einbezahlt worden sind.

 

Die besondere Wartezeit:

Bei der besonderen Wartezeit ist es ein wenig anders. Denn hier muss eine Wartezeit von fünfzehn Jahren für die die Altersrente für Frauen infolge einer Arbeitslosigkeit oder nach der entsprechenden Altersteilzeit gegeben sein. Es ist auch möglich diese beiden genannten Renten schon vor der Vollendung des 65. Lebensjahres zu beanspruchen. Aus diesem Grund ist gerade hier eine viel längere Wartezeit als bei der üblichen Regelaltersrente notwendig.

 

Bei versicherten Personen die schon vor der Erfüllung der allgemeinen Wartezeit voll erwerbsgemindert gewesen sind und es seit dem Zeitpunkt immer noch sind, stellt sich das ganze ein wenig anders dar. Denn sie haben erst dann einen Anspruch auf die Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn eine entsprechende Wartezeit von 20 Jahren erreicht wurde. Diese spezielle Regel ist besonders für Menschen von enormer Wichtigkeit die seit ihrer Geburt schwer behindert sind. Denn ohne diese Regel hätten sie gar keinen Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, weil eine Behinderung und der entsprechende Leistungsfall vor Einhaltung der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren eingetreten ist. Aufgrund dieser besonderen Regelung hat man jedoch nach 20 Jahren Beitragsleistung hingegen einen Rentenanspruch. Die notwendigen Beiträge können dann immer noch infolge einer Tätigkeit beispielsweise in einer Behindertenwerkstatt oder eben als freiwillige Beiträge einbezahlt werden.

 

Weiterhin ist wichtig zu erwähnen, dass für die notwendigen Wartezeiten von 15 und 20 Jahren wie eben bei der allgemeinen Wartezeit für die Beitrags- und Ersatzzeiten genauso wie zusätzliche Monate aus einem Versorgungsausgleich oder Ehegattensplitting anzurechnen sind. Zu guter letzt, ist eine große Wartezeit von 35 Jahren für die Regelaltersrente für schwer behinderte Menschen oder für langjährig Versicherte von Bedeutung. Bei dieser langen Wartezeit handelt es sich um eine Wartezeit bei der über die Beitrags- und Ersatzzeiten hinaus ebenfalls mögliche Anrechnungs- und Berücksichtigungszeiten zu berücksichtigen sind. Genauso werden zusätzliche Monate aus einem Versorgungsausgleich oder Ehegattensplitting in die Berechnung der Wartezeit miteinbezogen.

Viele Grüße

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