Lebensversicherungen und die laufende Verzinsung (Teil 1)

von David Panek am 4. März 2013

Die laufende Überschussbeteiligung der Versicherungskunden sinkt im Jahr 2013 unaufhörlich weiter. So schreiben die deutschen Lebensversicherer ihren Kunden sage und schreibe nur noch durchschnittlich 3,6 Prozent gut. Was einen Rückgang zum Vorjahr von 0,3 Prozent bedeutet. Demzufolge ist die Absenkung doppelt so hoch ausgefallen wie im Jahr 2012.

Doch was bedeutet das für die alten und neuen Verträge?

 

Lebensversicherungen und die Überschussbeteiligung:

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass die Überschussbeteiligung nur ein Bestandteil ist, aus der sich eine Rendite einer klassischen Police zusammensetzt. Denn letztendlich sind es unterschiedliche Gewinnverteilungstöpfe aber auch garantierte Leistungen, Schlussüberschüsse und die Beteiligung an Bewertungsreserven die das abschließende Resultat vervollständigen. Und nur aufgrund solch unterschiedlichster Erträge ist es den Versicherungsgesellschaften überhaupt möglich variabler zu handeln und die entsprechenden Ausschüttungsprozesse auf längere Sicht besser zu koordinieren.

 

Jedoch allein der immense Rückgang der laufenden Verzinsung sollte den einen oder auch anderen etwas zu denken geben. Denn die allgemeine Ergebnislage muss aufgrund dieser Umstände umso angespannter sein als allseits angenommen. So sind viele  der Experten der Meinung, dass die aktuelle Niedrigzinspolitik der Zentralbanken eines der größten Probleme in diesem Bereich ist. Und da der Sparer zumindest in diesen Bereich diese Krisenpolitik wohl oder übel mitschultern darf, kann sich wohl jeder denken. Und warum das so ist dürfte jedem klar sein, wenn man bedenkt, dass der größte Teil der Gelder in Festverzinsliche Papiere investiert wird.

 

Lebensversicherungen und die Garantien:

Wenn man sich die Lebensversicherungen und vor allem die niedrige Überschussbeteiligung näher ansieht, so stellt man sich die Frage, was eigentlich mit den Garantien der alten Policen geschieht, die größtenteils noch beträchtlich drüber liegen. Denn man darf nicht vergessen, dass sich die Gesellschaften die zu Vertragsschluss vereinbarten Garantieleistungen über die gesamte Laufzeit halten müssen. Somit gelten die entsprechenden Änderungen des Garantiezinses nur für Verträge die danach abgeschlossen wurden. Festzuhalten ist zudem, dass unzählige Kunden der Lebensversicherungen Verträge besitzen, die einen Garantiezins von vier Prozent aufweisen. Und das macht sich auch in den Gesamtbeständen der Lebensversicherungen bemerkbar.

 

Doch nichtsdestotrotz müssen sich die Versicherer an die ausgesprochenen Garantien halten. Jedoch muss man auch hier folgendes berücksichtigen. Derjenige der einen höheren Garantiezins als die von seinem Versicherer ausgewiesene Überschussbeteiligung besitzt, bekommt die entsprechende Garantie auch definitiv ausbezahlt. Die anderen Kunden wiederum erhalten jedoch nur die gegenwärtig zugewiesene Gewinnbeteiligung, was sicherlich eine kleine Benachteiligung für die Betroffenen bedeutet. Doch nichtsdestotrotz ist bereits jetzt schon von besseren Zeiten die Rede und so sagen einige Experten, dass die entsprechenden Erträge auch wieder steigen werden. Was für die benachteiligten Kunden mit den geringen Zusagen bedeutet, dass die entsprechende höhere Überschussbeteiligung auch im Nachhinein nachgeholt wird.

Viele Grüße

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