Lebensversicherungen und die Zinszusatzreserve (Teil 2)

von David Panek am 11. März 2013

Heutzutage sind die Lebensversicherungen dazu verpflichtet einen so genannten Zusatzpuffer anzulegen um später die hohen Garantien überhaupt halten zu können. So ist es seit dem Jahr 2011 geregelt, dass eine entsprechende Zinszusatzreserve seitens der Versicherer aufgebaut werden muss. Diese Zinszusatzreserve ist dafür gedacht, künftig fehlende Kapitalerträge aufzufangen. Somit müssen die Versicherer eine Zinszusatzreserve bilden, wenn beispielsweise der Referenzzins den obersten Rechnungszins im Bestand der Lebensversicherungen unterschreitet.

 

Der Referenzzins:

Unter dem Referenzzins versteht man das durchschnittliche Zinsniveau der europäischen Staatsanleihen der obersten Bonität der vergangenen zehn Jahre. Im Jahre 2011 fiel dieser Referenzzins erstmalig auf 3,92 Prozent, so dass die Versicherer in ihren Beständen Verträge hatten die einen Garantiezins von vier Prozent aufwiesen und demzufolge auch eine entsprechende Zinsrücklage bilden mussten. So wurden hierfür Branchenweit sage und schreibe 1,5 Milliarden Euro zurückgestellt. Laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beträgt der Referenzzins für das Jahr 2012 mittlerweile 3,64 Prozent.

 

Doch der finanzielle Aufwand der hierfür betrieben wurde, war schon immens. Denn laut Experten belief sich diese Zinszusatzreserve im Jahre 2012 auf etwas über fünf Milliarden Euro. In der Addition ergibt das in etwa 6,5 Milliarden Euro. Doch viele fragen sich wie sehen die Zahlen im Jahre 2013 aus. Verständlicher Weise liegen für das aktuelle Jahr noch keine Werte vor und eine entsprechende Änderung der Zinssituation ist nicht absehbar. Bereits jetzt schon sind viele Finanzexperten der Meinung, dass wenn der niedrige Zinsstand weiterhin anhält, es im Jahre 2013 höchstwahrscheinlich eine weitere Aufstockung der Zinszusatzreserve geben wird.

 

Zusatzpuffer und die Problematik:

So sinnvoll dieser Zusatzpuffer auch ist, so kann er aber auch dafür verantwortlich sein, dass umso weniger Geld für die regelmäßige Gewinnstreuung zur Disposition steht. Und genau hier liegt die Problematik. Denn genau in einem solchen Fall müssen Kunden, die einen niedrigeren Garantiezins haben, die höher verzinsten alten Verträge mitfinanzieren. Nichtsdestotrotz ist diese Zinszusatzreserve für die meisten Branchenexperten eine sehr sinnvolle Sache, da man davon ausgeht, dass speziell die kurzfristigen Belastungen aus der Zinszusatzreserve auf Dauer die Finanzkraft festigen werden.

 

Fazit:

Laut vielen Experten müssen im Augenblick Kunden und Sparer keine Bedenken haben, dass die ausgesprochenen garantierten Leistungen nicht erfüllt werden. Und auch die BaFin ist der Meinung, dass die Kapitalerträge der Versicherer auch im diesen Niedrigzinsniveau zur Einhaltung der Garantien mehr als ausreichend sind. Doch andererseits sind höhere Leistungen als eben die zugesagten auch nicht in Aussicht.  

Viele Grüße

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