Lohnsteuerhilfevereine

von David Panek am 15. April 2013

Immer mehr Steuerzahler greifen bei der Erstellung ihrer Steuererklärung auf die Unterstützung der Lohnsteuerhilfevereine zurück. Und das auch nicht unbegründet. Denn man erhält eine sehr kompetente Beratung die von Experten durchgeführt wird. Und das bei einer geringen Aufnahmegebühr und einem nicht allzu großen Jahresbeitrag der zu entrichten ist.

 

 

Welche Personengruppen können auf dieses Angebot zurückgreifen und mit welchen Kosten muss man als Steuerzahler rechnen?

Nicht jeder darf auf die Unterstützung der Lohnsteuerhilfevereine zurückgreifen. Denn grundsätzlich richtet sich das Angebot an Arbeitnehmer, Beamte, Rentner, Pensionäre, Auszubildende, freiwillig Wehrdienstleistende und Empfänger von Unterhaltsleistungen. Unternehmer, Selbständige und Freiberufler erhalten keine Unterstützung durch die  Lohnsteuerhilfevereine.

 

Die Steuerzahler die Unterstützung der Lohnsteuerhilfevereine in Anspruch nehmen möchten, müssen zudem Mitglied sein und eine kleine Aufnahmegebühr leisten. Zudem ist man als Mitglied zu einen jährlichen Beitrag verpflichtet bei dem alle Kosten für Beratung und andere Leistungen abgegolten sind. Die jährlichen Mitgliedsbeiträge sind jedoch nicht allzu hoch, so dass sie für jeden Steuerzahler erschwinglich sind. Sie richten sich nach den entsprechenden Brutto-Einnahmen des Steuerzahlers und liegen in etwa bei 55 Euro jährlich (bei Einnahmen bis 12.000 Euro) und bis zu 300 Euro jährlich (bei Einnahmen über 130.000 Euro). Je nachdem bei welchem Lohnsteuerhilfeverein man ist, kann der Beitrag um den einen oder anderen Euro variieren.

 

Doch nicht nur der Brutto-Lohn wird als Bemessungsgrundlage für die jährlichen Beiträge herangezogen, sondern es können unter Umständen auch Bezüge wie zum Beispiel Lohnersatzleistungen, Zahlungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung, steuerfreie und steuerpflichtige Renteneinnahmen oder ein mögliches Arbeitsentgelt aus einer geringfügigen Beschäftigung sein. Bei manch einem Lohnsteuerhilfeverein werden Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung und Kapitalvermögen bei den Brutto-Jahreseinnahmen zu 250 Prozent angesetzt.

 

Lohnsteuerhilfevereine und wichtige Grenzen:

Auch Lohnsteuerhilfevereine sind bei ihrer Unterstützungsleistung dazu verpflicht sich an bestimmte Grenzen zu halten die das Berufsrecht mit sich bringt. Demzufolge ist die Beratungsleistung auf Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit sowie Pensionen, Betriebsrenten, gesetzlichen und privaten Renten und Unterhaltsleistungen eingegrenzt. In allgemeinen umschließt das Tätigkeitsgebiet Löhne und Gehälter von Angestellten oder Beamten und die Einkünfte von Ruheständlern.

 

Man muss jedoch hinzufügen, dass die Beratung ebenfalls zu Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalvermögen und sonstigen gelegentlichen Einkünften durchgeführt werden darf. Hier existieren jedoch wichtige Einschränkungen an die es sich zu halten gilt. So darf also die Höhe der Einkünfte 13.000 Euro (bei Einzelveranlagung) und 26.000 Euro (bei zusammen veranlagten Ehepaaren) nicht übersteigen. Zu guter letzt  gibt es für die entsprechenden Leistungen jedoch keine Einkommensobergrenzen.

 

Lohnsteuerhilfevereine und die Leistungen:

Ein besonders wichtiger Punkt ist, dass sich die entsprechende Beratung nicht nur auf das abgelaufene Steuerjahr bezieht, sondern diese zukunftsorientiert durchgeführt wird. Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass künftige steuerliche Entwicklungen frühzeitig erkannt werden und man auch dementsprechend gegensteuern kann. Doch Lohnsteuerhilfevereine bieten seinen Mitgliedern neben der eigentlichen Beratung noch weitere wichtige Serviceleistungen an. So erstellen sie beispielsweise Steuererklärungen, berechnen die voraussichtlichen Erstattungen oder Nachzahlungen und überprüfen ebenfalls die vom Finanzamt zugesandten Steuerbescheide.

 

Doch Lohnsteuerhilfevereine machen für ihre Mitglieder noch vieles mehr. So können beispielsweise bei einer Überprüfung eines Steuerbescheides Fehler der Verwaltung entdeckt werden oder es werden irgendwelche Änderungen von Gesetzen nicht berücksichtigt. Und gerade in solchen Fällen macht es Sinn bei der Behörde einen Einspruch einzulegen, die dann anschließend den Bescheid noch mal überprüft und ihn möglicherweise abändert. Und gerade da müssen sich die Mitglieder der Lohnsteuerhilfevereine eben um nichts kümmern. Denn ein mögliches Einspruchsverfahren wird dann für sie durchgeführt und das ohne irgendwelche Zusatzkosten.

 

Auch wenn Mitglieder der Lohnsteuerhilfevereine ihr Recht bei den Finanzgerichten durchsetzen möchten, so würde in solchen Fällen der Rundum Finanzrechtsschutz greifen. Das kann beispielsweise passieren wenn das Finanzamt den Einspruch eines Steuerzahlers ablehnen würde. In diesem Zusammenhang würden diese dann den Prozess für das Mitglied führen und das notfalls bis zum Bundesfinanzhof. Man muss jedoch sagen, dass die Lohnsteuerhilfevereine bei völlig aussichtslosen Fällen nicht aktiv werden.

 

Wo bieten die Lohnsteuerhilfevereine ihre Beratung an?

Die Betreuung der Mitglieder der Lohnsteuerhilfevereine findet in allgemeinen in den entsprechenden Beratungsstellen vor Ort statt. So wird die entsprechende Beratung hin und wieder durch Anwälte und Steuerberater abgeleistet. In der Regel jedoch wird diese von Steuerfachangestellten, Bilanzbuchhaltern aber auch von ehemaligen Finanzbeamten durchgeführt.

 

Des Weiteren ist zu beachten, dass es bestimmte Voraussetzungen gibt die es zu beachten gilt. So muss die entsprechende Person mindestens 36 Monate lang und mindestens 16 Wochenstunden auf einem Gebiet des Einkommensteuerrechts gearbeitet haben.

Viele Grüße

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