Steuerliche Änderungen 2013 – Was erwartet uns?

von David Panek am 25. Januar 2013

Wie eigentlich jedes Jahr erwarten uns gleich zu Beginn des Jahres 2013 einige Änderungen im Bereich des Steuerrechts.

Doch was kommt konkret auf uns zu?

 

 

Die Rechnungslegung:

Hier möchte der Gesetzgeber vor allem die kleinen Kapitalgesellschaften unterstützen. Daher wird die Veröffentlichungspflicht und Rechnungslegungspflicht um einiges erleichtert um die entsprechenden Unternehmen eine Entscheidungsfreiheit bezüglich der Art der Bilanzoffenlegung eingeräumt. Das entsprechende Gesetz Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz (MicroBilG) soll die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften erleichtern. Zu beachten ist jedoch, dass an zwei der aufeinander folgenden Abschlussstichtagen zwei der drei Eigenschaften nicht überschritten werden dürfen.

 

Nicht überschritten werden dürfen:

  • Umsatzerlöse bis 700.000 Euro
  • Bilanzsumme bis 350.000 Euro
  • durchschnittlich 10 beschäftigte Arbeitnehmer

 

Falls dies der Fall ist, werden demzufolge Erleichterungen im Bereich der Rechnungslegung und Offenlegung beabsichtigt wie zum Beispiel:

  • Verzicht auf Erstellung des Anhangs
  • Es darf eine vereinfachte Bilanz aufgestellt werden
  • die Gewinn- und Verlustrechnung darf mit acht Zeilen verkürzt dargestellt werden
  • es darf zwischen der Offenlegung des Jahresabschlusses beim Bundesanzeiger oder der elektronischen Hinterlegung beim Unternehmensregister gewählt werden

 

Die oben genannten Regelungen sollen demzufolge für alle Geschäftsjahre gelten, deren Abschlusstermin nach dem 31.12.2012 liegt. Das in diesem Zusammenhang stehende Gesetz wurde bereits vergangenes Jahr im Bundestag beschlossen und liegt zurzeit dem Bundesrat vor. Jedoch muss man hinzufügen, dass die Zustimmung des Bundesrates hierzu nicht erforderlich ist.

 

Die Umsatzsteuer:

Auch für Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen gibt es einige Änderungen. So wird von der beabsichtigten Verschärfung der Nachweisführung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen größtenteils Abstand genommen. Es gilt: Ein Nachweis ist generell mit einer so genannten Gelangensbestätigung zu führen. Demzufolge muss also der Kunde durch seine Unterschrift bestätigen, dass das entsprechende Produkt auch wirklich in das übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt ist.

 

Folgende Angaben muss neben dem Doppel der Rechnung die Gelangensbestätigung beinhalten:

  • den Namen und die Anschrift des Abnehmers
  • die handelsübliche Bezeichnung, die Menge der Gegenstände der Lieferung
  • das Ankunftsdatum (Monatsangabe reicht aus)
  • die Unterschrift des vom Auftragsgeber Beauftragten
  • bei der elektronischen Übermittlung ohne einer Unterschrift ist, muss erkennbar sein, dass sie aus dem Verfügungsbereich des Beauftragten stammt
  • für alle Lieferungen eines Quartals sind Sammelbestätigungen möglich
  • die Gelangensbestätigung kann aus diversen Dokumenten bestehen
  • die Aufgabe der Spediteursverpflichtung

 

Des Weiteren wäre zu erwähnen, dass die Finanzverwaltung weiterhin alternative Nachweise wie zum Beispiel Frachtbrief oder Spediteurbescheinigung akzeptiert. Bei den Selbstabholern ist es so, dass sie den Nachweis über die Gelangensbestätigung zu erbringen haben. Die bis dahin gültige Verbringensversicherung ist nicht mehr zulässig.

 

Die Gutschrift:

Damit der Unternehmer den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen kann, muss eine Rechnung folgende Angaben beinhalten:

 

  • den kompletten Namen und die Adresse des Leistungserbringers und Leistungsempfängers
  • die Steuernummer
  • das Datum
  • die Rechnungsnummer
  • eine handelsübliche Bezeichnung
  • den Zeitpunkt der Lieferung
  • den Entgelt
  • den Steuersatz und den Steuerbetrag
  • die Aufbewahrungspflichten

 

Bei Gutschriften ist es mittlerweile so, dass nach dem § 14 Abs. 4 Nr. 10 des UStG die Angabe „Gutschrift“ genannt sein muss. Falls man andere Angaben wählt so kann es dazu führen, dass es zu Versagung des Vorsteuerabzugs führen kann. Somit sollte man sich dringend an diese Regelung halten.

 

Einkommenssteuer:

Eine der deutlichsten Änderungen gibt es im Bereich der PKW-Nutzung. Hierbei handelt es sich jedoch um einen ökologischen Hintergrund. So zieht man beispielsweise für die private Nutzung eines betrieblich genutzten Pkw den Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage heran. Bei einer möglichen Anschaffung eines Elektrofahrzeugs oder eines Hybridfahrzeug ist das ein wenig anders. Denn der Listenpreis ist hier um einiges höher als bei unseren üblichen Straßenfahrzeugen. Um diesen immensen Unterschied jedoch auszugleichen, wird bei Elektro- oder Hybridfahrzeugen die im Jahre 2013 angeschafft werden, der Bruttolistenpreis um 500 Euro pro Kwh (Kilowattstunde) des Speicherkapazität der Batterie gemindert.

 

Der Hintergrund ist, dass man die Besteuerung der privaten Nutzung zu einem üblichen Verbrennungsmotors ausgleichen möchte. Diese Regelung wir jedoch auf Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge die bis Ende 2022 angeschafft werden beschränkt. Zudem gilt diese Regelung ab den 2013 ebenfalls für Elektrofahrzeuge die bereits im Betriebsvermögen enthalten sind und für die eine Entnahme oder ein geldwerter Vorteil zu versteuern sind.

 

Die Mieteinnahmen:

Auch im Bereich der Mieteinnahmen wird es Änderungen geben. Vor allem besteht hierbei Handlungsbedarf in einigen Fällen noch 2013 bei den Vermietungen dementsprechender Wohnungen an nähere Angehörige. So wurde schon im Jahr 2012 eine Grenze bei verbilligter Vermietung von 56 auf 66 Prozent einer ortsüblichen Marktmiete angehoben. So sollen also bereits bestehende Mietverträge unbedingt angepasst werden.

 

Falls der Mietzins weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete beträgt, so können anteilige Werbungskosten geltend gemacht werden. Sollte der Mietzins darüber liegen, so ist ein voller Ersatz der Werbungskosten möglich. Bei der Vermietung einer Wohnung an Angehörige ist zudem der Fremdvergleich zu beachten. Das bedeutet nichts weiter, dass Miete und Nebenkosten pünktlich zu bezahlen sind.

Viele Grüße

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