Wie funktioniert in Deutschland die Einlagensicherung?

von David Panek am 5. August 2013

Viele Deutsche sagen sich, dass im schlimmsten Fall wenigstens auf die gesetzliche Einlagensicherung der Europäischen Union Verlass sein sollte und das das  hart angesparte Geld bis zu 100.000 Euro vor einem möglichen Zugriff geschützt sein sollte. Denn das was in Zypern passiert ist, dürfte vielen Sparern auch in Deutschland einen schönen Schreck eingejagt haben. Die Frage lautet daher "wie sicher ist mein Geld"!

Doch wie funktioniert eigentlich die Einlagesicherung in Deutschland?

 

Die Einlagensicherung bei der Sparkasse:

Die Sparkassen garantieren den Bestand der einzelnen Mitglieder der Sparkassegruppe. So ist hier vom so genannten Prinzip der Institutsicherung die Rede. Doch nicht nur die Sparkassen gehören diesem Sicherungsverbund an, sondern auch die Landesbanken. Würde in solch einem Fall eine Sparkasse in finanzielle Schwierigkeiten geraten, so würde diese Sicherungseinrichtung der Sparkasse zur Seite stehen und dafür sorgen, dass ihre Kunden an ihr Bankguthaben herankommen. Meistens werden in solchen Fällen zwei Sparkassen zusammengelegt.

 

Wie viel Geld in einer solche Sicherungseinrichtung drin ist, kann wohl keiner sagen. Fakt ist jedoch, dass der Sicherungsverbund sich einerseits aus Bareinlagen und andererseits auch aus einer Nachschusspflicht der Mitglieder speist. Die Höhe der entsprechenden Mitgliedsbeiträge ist jedoch ganz eng mit dem Risiko verbunden, bei denen die Sparkassen mit ihren Geschäften eingehen.

 

Was nun die Sicherung der Spareinlagen angeht, so sind diese fast unbegrenzt geschützt. Denn hier wird nicht zwischen Kundeneinlagen bis 100.000 Euro bzw. über 100.000 Euro unterschieden. Die Sparkassen kommen dieser Garantie mit der Institutsicherung nach, die wiederum durch den Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe sichergestellt wird.

 

Die Einlagensicherung bei den Genossenschaftsbanken:

So ähnlich wie bei den Sparkassen funktioniert es bei den Genossenschaftsbanken. Denn auch hier sind nicht die entsprechenden Einlagen, sondern der Bestand der einzelnen Mitgliedsinstitute abgesichert. Auf diese Art und Weise wird das Guthaben der Kunden so zu sagen in volle Höhe garantiert.

 

Auch hier weiß man nicht wie viel Geld in einer solchen Sicherungseinrichtung steckt. So dürfte jedoch der Betrag der in solch einen Sicherungseinrichtung enthalten ist, für die Sicherheit der Kundengelder eine eher untergeordnete Rolle spielen als die Stabilität des genossenschaftlichen Bankensegments.

 

Was nun die Sicherheit der entsprechenden Kundeneinlage angeht, so sind die ersten 100.000 Euro durch den Sicherungsverbund der Genossenschaftsbanken garantiert. Auf alles andere was darüber hinaus geht hat man als Kunde keinen Anspruch.

 

Die Einlagensicherung bei privaten Banken:

Bei den privaten Banken sind bis zu 100.000 Euro pro Kunde durch die Entschädigungsinstitution abgesichert. Alles was über die 100.000 Euro hinausgeht, wird durch den Einlagensicherungsfonds geschützt. Eine besondere Rolle spielen hierbei jedoch die Zweigniederlassungen der ausländischen Banken, die Mitglied des deutschen Einlagensicherungsfonds sind. Hier würde als erstes die nationale Einlagensicherung greifen und das nur bis zu einer bestimmten Grenze.

 

Auch hier erhält man keinerlei Informationen über die Höhe des Geldbetrages das im Topf ist. Der Bundesverband der privaten Banken sagt jedoch, dass der Betrag der im Einlagensicherungsfonds enthalten ist, ständigen Änderungen unterliegt. Bekannt ist jedoch, dass die Mitgliedsbanken um die 0,6 Promille ihrer Bilanzposition in den Sicherungsfonds einbezahlen.

 

Auf die Spareinlagen der Entschädigungseinrichtung hat man als Kunde bis zu einer Grenze von 100.000 Euro einen gesetzlichen Anspruch. Alles was diese Summe übersteigt erhält man aus dem Einlagensicherungsfonds keine Leistungen.

 

Die Einlagensicherung bei ausländischen Banken:

Wenn man sich die ausländischen Banken in Deutschland anschaut so stellt man fest, dass es sich hierbei zumeist um niederländische Anbieter von Tagesgeld- oder eben Festgeldkonten handelt. Diese Kreditinstitute sind im Einlagensicherungsfonds der Niederländischen Zentralbank angeschlossen. Dieser garantiert wiederum 100.000 Euro pro Konto und Kunde. Sollte dabei eine solche Bank in eine finanzielle Schieflage geraten, so muss man sich als Kunde wohl oder übel mit der entsprechenden nationalen Einlagesicherung auseinandersetzten.

 

Auch hier ist man was die Geldfrage angeht mehr oder weniger im unklarem. So gibt es seitens der ausländischen Sicherungseinrichtungen keinerlei Auskünfte zu diesem Thema.

 

Bei der Sicherheit von Spareinlagen verhält es sich ähnlich wie bei den deutschen Banken. So hat man als Sparer auf 100.000 Euro einen Rechtsanspruch. Bei Spareinlagen die die 100.000 Euro übersteigen werden die Sparer anteilig aus der entsprechenden Konkursmasse der Bank entschädigt.

Viele Grüße

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