Wie gehen Sie gegen Ärztliche Behandlungsfehler vor?

von David Panek am 6. Mai 2013

Laut zahlreichen Umfragen fühlen sich immer mehr deutsche Patienten von ihren Ärzten schlecht oder sogar falsch behandelt. So rechnen die Experten der Stiftung Warentest, dass um die 12.000 ärztliche Behandlungsfehler im Jahr begangen werden, was eine beängstigende Tatsache ist.

Doch auf welche Art und Weise soll man als Patient gegen ärztliche Behandlungsfehler vorgehen? Welche Patientenrechte hat man überhaupt und an wen könnte man sich evtl. wenden?

 

  • Falsche Behandlung:

Derjenige der der Meinung ist falsch behandelt oder therapiert worden zu sein, hat die Möglichkeit bei seinem behandelten Arzt oder der Klinikleitung Einblick in die Patientenakte zu verlangen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit die Kopien der entsprechenden Befunde einzufordern. Falls Sie Ihren behandelnden Arzt mit Ihren Beschuldigungen konfrontieren wollen, so sollten Sie dies möglichst unter der Anwesenheit von Zeugen tun und zudem den kompletten Gesprächsverlauf dokumentieren. Als nächstes ist es wichtig eine zweite Meinung bei einem zweiten Arzt einzuholen und den Gesundheitszustand dementsprechend zu dokumentieren.

 

  • Die Beratungsstellen:

Grundsätzlich ist es wichtig sich von einer unabhängigen Stelle beraten zu lassen. Denn speziell im Falle von ärztlichen Behandlungsfehlern sollte man unbedingt klären ob beispielsweise ein Arzt nötig ist oder ob man sich gleich an einen Anwalt wenden soll. So gibt es bundesweit unzählige Beratungsstellen die einem sehr viele Tipps, Informationen und die entsprechende Unterstützung bieten können. Eine davon ist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) die Sie unter folgenden Link aufrufen können: www.upd-online.de.

 

  • Die Krankenkassen:

So ähnlich wie die unabhängigen Beratungsstellen sind es die gesetzlichen Krankenkassen die einem die entsprechende Unterstützung bei dem Verdacht eines Behandlungsfehlers geben. Beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) beispielsweise erhalten die Kassen ein entsprechendes Gutachten ein. Das gute dabei ist, dass dieses Gutachten für die Patienten kostenlos ist.

 

  • Die Patientenberatung:

Selbstverständlich ist es auch möglich bei Behandlungsfehlern auf die Hilfe von Verbraucherberatungsstelen zurückzugreifen. Jedoch müssen Sie hierbei beachten, dass Beratung zu all den Fragen rund um Arzthaftung und Medizinrecht kostenpflichtig ist.

 

  • Die Ärztekammern:

Wenn es um Meinungsverschiedenheiten zwischen Ärzten und Patienten geht, so können diese mit der Unterstützung von Gutachterstellen, Schlichtungsstellen, Ärzte oder Zahnärztekammern außergerichtlich geklärt werden. In diesem Zusammenhang kann ein kostenloses Gutachten erstellt werden um in Erfahrung zu bringen ob überhaupt ein Behandlungsfehler vorliegt. Zu beachten ist jedoch, dass für Ärzte und Krankenhäuser dieses kostenlose Gutachten nicht verpflichtend ist. Des Weiteren können diese Beurteilungen nur erstellt werden wenn beide Parteinen diesem Gutachten zustimmen. Für eine außergerichtliche Einigung ist ein Gutachten definitiv sinnvoll.

 

  • Die privaten Gutachter:

Eine weitere Möglichkeit ist sich privat von einem Arzt ein Gutachten ausfertigen zu lassen. Beachten Sie jedoch, dass es sich hierbei um eine sehr kostspielige Angelegenheit handelt. So kann ein solches Gutachten unter Umständen einige hundert Euro kosten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man einen Gutachter aus einem angesehenen Klinikum und einer anderen Stadt wählt.

 

  • Beratung durch einen Anwalt:

Spätestens wenn es um Thematiken wie beispielsweise Schadensersatz und Schmerzensgeldforderungen geht, sollte man einen Anwalt zur Rate ziehen. Am besten sind hierzu Fachanwälte für Medizinrecht geeignet. Doch auch hier sollten Sie darauf achten auf welche Bereiche sich die Anwälte spezialisiert haben. Des Weiteren darf nicht vergessen werden, dass ein Fachanwalt ebenfalls bei einer außergerichtlichen Einigung eine sehr große Hilfe sein kann.

Viele Grüße

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